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Wo stehen in Zukunft die „Hölzernen Männer"?

Hölzerne Männer

Vor drei Jahren wurde ein Konzept konzipiert, wie die Hölzernen Männer sicher konserviert werden könnten. Viel Zeit ist erneut vergangen - Zeit, in der die Hölzernen Männer, das Wahrzeichen der Stadt Baunach, nicht für die Öffentlichkeit zugänglich waren. Nun wurde im Stadtrat beschlossen: Die Hölzernen Männer werden nach ihrer Restaurierung in der sanierten Zehntscheune ausgestellt, die dafür hergerichtet wird.

 

Warum sind die Hölzernen Männer schon seit 2011 in Baunach nicht mehr zu sehen?

Die Witterung hatte dem Holztor stark zugesetzt. Mehrfache Restaurierungen führten nicht zum dauerhaften Erhalt. Aufgrund erneuter Schäden am Holz wurden die Männer im September 2011 abgebaut und eingelagert. Momentan werden sie von der Restauratorin Anja Fuchs aufwendig restauriert.

 

Welche Standorte für die Hölzernen Männer wurden diskutiert?

Christian Brückner vom Architekturbüro Brückner & Brückner zeigte vergangene Woche im Stadtrat noch einmal die Varianten und Ideen der vergangenen Jahre:

1. Eine Einhausung am bisherigen Platz für rund 250.000 Euro wurde nicht weiterverfolgt, da diese laut Restauratorin Anja Fuchs kaum helfen würde und auch nicht förderfähig ist.

2. Das Bürgerhaus Lechner Bräu ist immer wieder Thema gewesen. Einzig der Bereich vor dem Haupteingang käme in Frage - aber auch hier wären umfassende Baumaßnahmen nötig. So müssten die Hölzernen Männer dann in einer Art klimatisierten Glasvitrine, platziert werden und die Lüftungsanlage des Bürgerhauses aufwendig umgestaltet werden. Diese Kosten wären enorm.

3. Die Zehntscheune hingegen bietet viele Vorteile: Es käme zur Vereinigung zweier Denkmäler, sie ist bereits saniert, wird zudem bisher nur an zwei Wochenenden im Jahr genutzt - und ist als Lagerraum eigentlich zu schade. In der Zehntscheune wären alle klimatischen Bedingungen bereits erfüllt, um das Baunacher Wahrzeichen auf Dauer zu erhalten - ohne ständige, aufwendige Restaurationen.

 

Warum können die Hölzernen Männern nicht wieder im Freien aufgestellt werden?

Sollten sie erneut im Freien aufgestellt werden, wären laut Restauratorin Anja Fuchs erneut umfangreiche Maßnahmen nötig, teilweise auch der Austausch ganzer Holzteile - die Hölzernen Männer würden einen Teil ihres Charakters verlieren. Fuchs äußerte sich dazu deutlich in einem Brief an die Stadt. Außerdem würden Sonne und Regen dazu führen, dass nach nur einem Jahrzehnt wieder große Schäden auftreten. Eine Sanierung für die Aufstellung in einem geschlossenen Raum wäre zudem kostengünstiger (15.000 zu 45.000 Euro).

 

Standort Zehntscheune - was genau ist hier geplant?

Schon vor bald drei Jahren zeigte Christian Brückner erste Pläne, wie die Hölzernen Männer in der Zehntscheune untergebracht werden könnten. Diese wurden nun verfeinert.  In der Scheune sollen einige Holzteile zurückgebaut werden, so dass die eigentliche Tragekonstruktion des Scheunendachs sichtbar wird. An Stelle der bisherigen Holztore soll ein gläsernes Schaufenster jederzeit Einblicke ermöglichen. Den Zugang ermöglicht dann eine Glastür, wobei sich das „Schaufenster" für Veranstaltungen auch komplett öffnen lassen wird. Somit entsteht nicht nur ein Ausstellungsbereich für die Hölzernen Männer, sondern auch ein Veranstaltungsraum für 50 bis 60 Personen - gut geeignet etwa für standesamtliche Trauungen, Vorträge, Ausstellungen oder als Treffpunkt bei Stadtführungen. Um auch in den Abendstunden zu wirken, soll eine Lichtinstallation die Männer ins rechte Licht rücken.

 

Können Vereine weiterhin die Zehntscheune nutzen?

Die Vereine können, z. B. beim Straßenfest des Musikvereins oder bei der Kirchweih, die Zehntscheune weiterhin wie bisher nutzen. Die Hölzernen Männer werden in der hinteren Hälfte der Zehntscheune aufgestellt, sodass im vorderen Bereich ausreichend Platz für Bewirtung ist.

 

Was kostet die Unterbringung der Hölzernen Männer in der Zehntscheune?

Architekt Brückner geht von Gesamtkosten von rund 550.000 Euro aus. Für die Stadt Baunach verbleiben davon, nach Abzug der Förderungen und Zuschüsse, etwa 145.000 Euro. Allein 381.000 Euro erhält die Stadt aus dem Förderprogramm „Innen statt Außen". 

 

Die Zehntscheune ist zweigeteilt - der linke Teil gehört der Stadt, der rechte einem Privateigentümer. Hat das Auswirkungen auf das Projekt?

Sämtliche Maßnahmen beziehen sich aktuell auf den linken Teil der Scheune. Die Stadt konnte sich mit dem Privateigentümer einigen und wird in Kürze den rechten Teil der Scheune erwerben. Was dann hier entstehen könnte, wird in Zusammenarbeit mit den Nutzern der Scheune und auch den Vereinen abgestimmt.

Würde das Projekt nun wieder pausieren, um auf den Kauf des rechten Teils zu warten, wäre gegebenenfalls sogar ein kompletter Neubeginn der Planungen nötig, da mit den Fördergebern nur der linke Teil abgestimmt ist. Dadurch würden wieder viele Monate verloren gehen und die Hölzernen Männer weiterhin eingelagert bleiben.

Der Ausbau des kleineren, rechten Scheunenteils wird daher ein zweiter Bauabschnitt.

 

Was passiert mit dem bisherigen Standort an der Burgstraße?

Hechtbrunnen und Bänke wirken momentan etwas verlassen. Das soll sich schnell ändern - und Architekt Brückner hatte eine Idee mitgebracht: Anstelle der Hölzernen Männer wird ein Stahlrelief mit einem aufgedruckten oder gelaserten Bild der Männer zeigen, wo sie standen und den Platz somit wieder aufwerten. Ein Texthinweis wird auf die Zehntscheune zum Original verweisen. Das Konzept kam im Stadtrat gut an und wurde in den Gesamtbeschluss mit aufgenommen. Brückner geht von Kosten von etwa 20.000 Euro aus.

 

Wann können die Hölzernen Männer wieder bestaunt werden?

Die Eröffnung der sanierten Scheune mit den Hölzernen Männern ist für den Sommer 2020 geplant.

 

Hölzerne Männer

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